Ghemme D.O.C.G. 2020
Vigneti Costacurta
Die Abstinenz-Zeit Alto Piemonte bei altrovino ist endlich vorbei! Nachdem unser einstiges Gattinara-Weingut Nervi andere Wege gegangen ist und von Barolo-Ikone Giacomo Conterno übernommen wurde, fehlt das nördliche Piemont in unserem Sortiment. Das ändert sich jetzt, wir sind ins Nachbargebiet Ghemme gewechselt und haben einen kleinen Winzer aufgespürt, der zu unseren Favoriten auf einer großen Alto Piemonte-Weinverkostung in Italien im November 2025 zählte: Vigneti Costacurta.
Ein junges Weinprojekt vom smarten Winzer Guido Costacurta, der nur drei Weine macht, alle aus einer Rebsorte: Nebbiolo. Doch nicht irgendein Nebbiolo, sondern eine historische Variante aus einem alten Ghemme-Weinberg. Die alten Winzer nennen sie »Cobianco«, ein lokaler Dialektausdruck für »weißen Rebzweig«. Eine der besonderen Charakteristiken dieser Nebbiolo-Variante sind neben der optimalen Größe der Traube die eher kleinen Beeren mit robuster Schale und einem besonders aromareichen Fruchtfleisch.
Daraus gewinnt Guido Costacurta alle seine Weine, vor allem natürlch sein Aushängeschild, den Ghemme aus einem der namhaftesten Anbaugebiete des Nordpiemont. Es liegt östlich von Gattinara, getrennt nur durch den Fluss Sesia. Der Name soll keltischen Ursprungs sein und auf den Stamm der Agamiker zurückgehen, die hier einst Weinbau betrieben. Die Böden sind in Ghemme anders als in Gattinara, eiszeitliche Moränen-Schwemmlandböden, reich an Mineralien und von wasserspeicherndem Lehm durchzogen. Eine Bewässerung ist selbst in sehr heißen Jahren nicht notwendig, ein immer wichtiger werdender Vorteil.
Zurück zu Guido Costacurtas Ghemme. Für die 24-monatige Reife des Weins setzt er auf große französiche Eichenfässer, mit der Besonderheit, dass sie nicht getoastet sind. Also keine typischen Holz-Röstnoten an den Wein abgeben. Der zeigt sich dann auch sehr burgunderhaft in der Nase, mit feiner Aromatik von roten Beeren und Kirschen, Eukalyptus und Unterholz, am Gaumen saftig-ausgewogen mit sehr zartem Tannin, Finesse und Länge. Im Finale noch einmal eine Klasse-Balance zeigend. Macht schon jetzt gehörig Spaß, und der – für einen handwerklich erzeugten Ghemme aus kleiner Produktion – aufgerufene Preis trägt dazu noch einmal reichlich bei...
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| Artikel-Nr.: | AV-RO-454 |
| Alkoholgehalt: | 14% Vol. |
| Auszeichnungen: | 17,5/20 Punkte JancisRobinson.com: »Lustrous ruby with bricky rim. Complex, balsamic cherry with hints of tar and a suggestion of cumin, rosemary and blood orange. Looks like a little new oak was used. Impressive depth on the nose. Still a little backward on the palate with sour cherry and raspberry fruit and long, fine, sandy tannins. Very long and with great depth; suave at the same time.« (Walter Speller) 90/100 Punkte Wein-Plus: »Klarer, recht fester Duft mit feinen rot- und schwarzbeerigen Noten, etwas Unterholz, Tabak, ein wenig Shiitake, Tomate, Jod, Zimt und angetrocknet-floralen Aromen. Straffe, eher kühle, frische, relativ helle, saftige Frucht, lebendige, feine Säure und straffes, reifes, jugendliches Tannin, nachhaltig am Gaumen, Kräuternoten, nussige Töne, ein wenig Pfeffer, Wacholder und ein Hauch Teer, leicht bitterschokoladige und kaffeewürzige Anklänge, gewisse Tiefe, salzig-kreidige Mineralik, sehr guter, fester Abgang mit wieder überraschend kühlem Saft und feiner Würze.« |